Gottesdienst am Aschermittwoch

Veröffentlicht am So., 25. Feb. 2018 14:02 Uhr
Theologie

Aschermittwoch, den 14. Februar 2018 im Kirchsaal

von Angelika Erichson

Mit dem Aschermittwoch beginnt in der Westkirche seit dem Pontifikat Gregors des Großen (590 – 604) die vierzigtägige Fastenzeit, die an die 40 Tage erinnern soll, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Diese 40 Tage sollen uns auf Ostern vorbereiten: „Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn.“ (Luk 18.31.)

Bereits im Alten Testament galt es als Zeichen der Buße, sich mit Asche zu bestreuen: „Als die Nachricht davon (dass Ninive zerstört würde) den König erreichte, ….hüllte er sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche.“ (Jona3.6.)

Daraus wurde schließlich in den christlichen Kirchen der Brauch, mit der Asche von verbrannten Palmzweigen den Gottesdienstbesuchern ein Kreuz auf die Stirn oder die Hand zu zeichnen. Auch in unserer Gemeinde hat dieser Brauch eine jahrelange Tradition. Die Austeilung des Aschekreuzes schließt sich an die Beichte und die Bitte um Vergebung von Verfehlungen an. Erst danach feiern wir das Heilige Abendmahl.

Es war diesmal ein besonders stimmungsvoller Gottesdienst, den Christian Mann so sorgfältig vorbereitet hatte. Von der „Schola“ wurde er unter der Leitung von Kantor Johann-Albrecht Michael mit mehrstimmigen Chorsätzen begleitet und ich finde, wir konnten uns hören lassen! Der Chor begann mit dem Kyrie in D von Carsten Klomp und endete mit „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen“. Im Wechsel mit den Liedern der Gemeinde vollzogen wir den Weg der Passion Jesu.

Schade, dass die Gemeinde, wenn man den Chor und die Menschen, die den Gottesdienst mitgestaltet haben, nicht mitrechnet, nur aus drei Besuchern bestand. Sollten Gottesdienste „außer der Reihe“ zusätzlich beworben werden? Zumindest ein extra Hinweis in Form eines Anschlags wäre schon wichtig gewesen, denke ich.

Denn am Aschermittwoch ist eben noch nicht alles vorbei, sondern es beginnt eine neue Zeit, eine Zeit der Nachdenklichkeit. Wir versuchen, uns auf den Weg in Richtung auf Ostern zu begeben, und da tut es Not, z.B. durch einen solchen Gottesdienst einen Anfang zu machen, damit wir nicht vor lauter Geschäftigkeit Ostern aus den Augen verlieren. Genau dazu passte der Predigttext, so wie er im 2. Brief des Paulus an die Korinther in den Versen 8 bis 10 steht: Paulus beschreibt, wie die Gemeinde aus der Überwindung von Traurigkeiten letztendlich gestärkt hervorging.

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