Wenn aus Fremden Freunde werden- Kinder-Sommerferien-Programm

Veröffentlicht von Rike Wiese am Mo., 8. Okt. 2018 19:19 Uhr
Arbeit mit Kindern

Was haben Kinder aus der Paulus- Kirchengemeinde, dem Kirchenkreis Tempelhof- Schöneberg und Neukölln und geflüchtete Kinder gemeinsam? Was haben eine alte Frau, ihre Schwiegertochter und ein Kamel gemeinsam?

Sie alle sind manchmal erstmal fremd und können dann zu Freunden werden!

„Wenn aus Fremden Freunde werden“- so lautete das Thema der Kinder Bibel Woche, die in Kooperation zwischen unserer Gemeinde und Alt-Tempelhof und Michael stattfand. Dabei haben wir uns mit der Geschichte von Rut beschäftigt. Sie erzählt von Not, Vertreibung und Schicksalsschlägen. Sie berichtet, wie Gott durch alle Höhen und Tiefen des Lebens ein treuer Begleiter ist und schließlich auch davon, wie aus Fremden Freunde werden: Die junge Noomi flieht mit ihrer Familie aus Israel ins fremde Moab, weil ihre Heimat von einer Hungersnot betroffen ist. In Moab angekommen, stirbt ihre Familie. Nun ist Noomi alleine mit ihren Schwiegertöchtern. Die inzwischen alt gewordene Noomi beschließt nach Hause nach Israel zurückzukehren. Begleitet wird sie dabei von ihrer Schwiegertochter Rut. In Israel trifft Rut auf Boas und verliebt sich. Die beiden heiraten. Rut wird die Großmutter von dem berühmten König David und taucht auch im Stammbuch von Jesus auf. Eine Fremde ist die Vorfahrin von Jesus. Die Geschichte von Rut hat Kinder und Erwachsene begeistert und wir haben gemerkt, wie aktuell diese biblische Geschichte heute noch ist. Auch damals gab es schon, was wir noch heute erleben. Flucht, Angst und Vorurteile. Wir konnten lernen, dass aus Fremden Freunde werden können und dass es nicht auf die Hautfarbe ankommt, sondern vielmehr auf den Menschen, der einem gegenübersteht. Dann gab es da noch das Kamel Güney. Jeden Tag hat es uns besucht und uns an seiner Geschichte teilnehmen lassen, die irgendwie Ähnlichkeiten zu Ruts Geschichte aufwies. Aus dem fremden Israel kommend, fand Güney schließlich sein Glück in der Fremde. Er lernte hier im Tierpark, die Kameldame Gudrun kennen. Sie verliebten sich in einander und mit der Hilfe der Kinder machte Güney, Gudrun einen Heiratsantrag. Nun sind die beiden leider wieder nach Israel zurückgekehrt.

„Wenn aus Fremden Freunde werden“ hätte aber genauso gut das Thema des Kinder- Sommerferienprogramms seien können. Gemeinsam mit Kindern aus der Flüchtlingsarbeit und der Arbeitsstelle für Kinder und Jugendliche der Kirchenkreise Tempelhof- Schöneberg und Neukölln haben wir gespielt, gebastelt und tolle Ausflüge gemacht. Wir waren Schwimmen im Jungfernheidebad, in den Gärten der Welt in Marzahn, haben eine Schnitzeljagd durch Rixdorf gemacht und haben viele offene Fragen bei der Kinder- Kirchenführung in der Rundkirche geklärt. So vieles mehr haben wir gemeinsam unternommen, dass es den Gemeindebrief sprengen würde. Nach anfänglicher Skepsis und dem Gefühl der Fremdheit, haben wir uns schnell kennengelernt und am Ende hat sich sogar die ein oder andere Freundschaft entwickelt. Ich hoffe wir sehen uns alle spätestens im nächsten Jahr wieder.

 

Eure Rike

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