Monatsspruch Februar

Veröffentlicht am Mi., 30. Jan. 2019 11:29 Uhr
Theologie

"Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
(Römer 8, 18)

von Pfarrer Stephan Schaar

Das schreibt kein Zyniker, niemand, der wegguckt, der die unübersehbaren Leiden leugnet.

Paulus hatte selbst zu leiden, und er wusste nicht nur vom Kreuz Christi zu predigen, sondern er kannte auch jene, die zu leiden hatten, weil sie sich zu Jesus Christus als ihrem Herrn bekannten und also den absoluten Machtanspruch der Potentaten Roms zurückwiesen.

Doch er greift noch weiter aus; im Vers darauf schreibt er: Die gesamte Schöpfung wartet sehnsüchtig darauf, dass die Kinder Gottes in ihrer ganzen Herrlichkeit sichtbar werden.

Die ganze Schöpfung also leidet.

Nein, es geht hier ausnahmsweise mal nicht um den Klimawandel und unsere Verantwortungslosigkeit. Oder sagen wir es so: Was heute offenbar wird als von Menschen verursachte Probleme und Katastrophen, das gab es damals so noch nicht.

Was es aber gab und gibt, ist das Leiden der Kreatur unter der Willkür jener, die sich dem Willen Gottes widersetzen.

Das fängt bei dir selbst an (auch wenn du’s nicht wahrhaben willst), dass du dir Gewalt antust bei dem permanenten Versuch der Selbstoptimierung.

Das beeinträchtigt und beschädigt zwischenmenschliche Beziehungen, wenn alles Tun einem Streben nach Gewinn untergeordnet wird, als Tauschgeschäft zum größtmöglichen eigenen Vorteil gilt.

Und das geht hin bis zur Ausplünderung unserer natürlichen Lebensgrundlagen - wir sägen kontinuierlich an dem Ast, auf dem wir sitzen. Schlimm! So kann das nicht ewig weitergehen.

Und das wird es auch nicht, ist der Apostel überzeugt.

So wie Christus gestorben ist, aber nicht im Tod geblieben ist, sondern auferweckt wurde, so wird auch dieses todgeweihte Verhalten nicht das letzte Wort haben, sondern Gottes Geist, der uns in die lebendige, in die gelebte Gemeinschaft mit Christus führt und dazu bringt, im Einklang mit Gottes Willen zu handeln.

Das wird dann - Sie ahnen es - ein Leben in jener Herrlichkeit sein, mit der verglichen die Leiden der Jetztzeit (trotz allem gebührenden Respekt) nicht mehr ins Gewicht fallen werden.

Nein, machen lässt sich das leider nicht - es will und muss erbeten sein.

Gott befohlen! Ihr Pfarrer Stephan Schaar

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