Nähe trotz Distanz

© Stephan Schaar
Veröffentlicht von Stephan Schaar am Di., 5. Mai. 2020 19:17 Uhr
geistliche Texte

Gott Saras, Rebekkas und Rahels: / Vater dürfen auch wir dich nennen / und auch für uns bist Du wie eine Mutter. / Wo sollten wir Trost suchen und finden / wenn nicht bei Dir.

Vor Dir jetzt und hier das alles noch einmal aufzuzählen, / was tagaus, tagein auf allen Kanälen besprochen und gesendet wird, / würde vielleicht selbst dich ermüden. / Du weißt das alles und bist selbst mittendrin. / Und sprichst uns mit Namen an.

Wir danken Dir für eine handlungsfähige Regierung / in Stadt, Land und Bund. / Wir danken Dir für ein leistungsfähiges Gemeinwesen / und all die Menschen, die darin ihren Dienst tun. / Wir danken Dir für Wohnung und Brot, / für den anbrechenden Frühling, / für Licht und Wärme.

Wir bitten dich für die Menschen in den Regierungen,  / die gerade entdecken welche Macht sie über uns haben. / Hilf Du selbst, dass sie den Versuchungen der Macht widerstehen.

Wir bitten dich für deine Kinder auf der Flucht und in den Lagern. / Auch sie haben Namen. / Wenn es unsere Kinder wären,  / die sich ohne ihre Eltern auf den Weg in ein neues Land gemacht hätten / dann würden wir dir jetzt Namen nennen wie / Anna, David, Marielena, Sophie, Hannah, Jonas, Paul, Max / und wenn es unsere Eltern wären, die wir zurücklassen mussten  / auf dem Weg in ein neues Land,  / dann würden wir dir jetzt Namen nennen wie / Johannes, Andreas, Angela, Manuela, Armin, Markus, Ursula, Monika. / Die Menschen aus Syrien und Afghanistan und Eritrea und dem Tschad / tragen andere Namen, aber die kennen wir nicht. / Du aber kennst sie und du willst, / dass wir ihr Leid teilen und unser Herz und unsere Grenzen für sie öffnen / nach unseren Möglichkeiten; / aber dass wir vieles möglich machen können, erleben wir gerade.

Wir bitten dich für dein Volk Israel / und für deine Kirche. / Dein Volk Israel feiert in den letzten Wochen das Abendmahl zur Erinnerung daran, / dass Du und deine Gebote in die Freiheit führen. / Deine Kirche erinnert an deinen Tod auf Golgatha / und das leere Grab am Ostermorgen.

Meine Seele ist stille in dir, du allein bist der Gott der gerne hilft. / Auch im dunklen Tal der Angst bist du nah und gibst Geborgenheit. / Meine Seele ist stille in Dir. / / Amen.

Autor: Gerhard von der Heyden, Ronsdorf

Quelle: from.app

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